Stadtrat

Ihre liberale Stimme im Rat
und in den Ausschüssen

von Meckenheim

Zwischenruf zur liberalen Arbeit nach der Wahl

Die Landtagswahl in NRW vom 15. Mai 2022 hat zu neuen Mehrheitsverhältnissen geführt. Natürlich hätten wir uns ein besseres Abschneiden der FDP gewünscht, aber nun machen wir eben das Beste aus dem Ergebnis. Im Landtag bedeutet das eine konstruktive Oppositionsrolle, um zu verhindern, dass die Erfolge der CDU-FDP-Regierung wieder zurückgedreht werden.

Wir in Meckenheim konzentrieren uns wieder auf die Arbeit im Stadtrat und in den Ausschüssen zur Gestaltung der Zukunft von Meckenheim. Dabei freuen wir uns über Kritik und Anregungen, die wir nach Möglichkeit umsetzen werden.

Heribert Brauckmann, FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzender in Meckenheim

Neues von der FDP

KUBICKI-Kolumne: Kennen Sie die Grünen wirklich?

KUBICKI-Kolumne: Kennen Sie die Grünen wirklich? Gast (nicht überprüft)

Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki schrieb für Cicero Online folgende Kolumne:

Ich bin in den letzten Jahren oft hart mit der Partei Bündnis 90/Die Grünen ins Gericht gegangen. Heute will ich Ihnen diese Partei einmal näher vorstellen und räume etwas Platz in meiner Kolumne für grüne Inhalte und Werte ein. Es beschleicht einen nämlich immer häufiger das Gefühl, dass viele diese Partei nicht so recht kennen. Das gilt nicht nur für die Wählerinnen und Wähler, sondern vor allem auch für exponierte (Ex-)Vertreter dieser politischen Formation.

Nehmen Sie zum Beispiel den letzten Kanzlerkandidaten Robert Habeck. Er hat sich in einer bemerkenswert realitätsfernen Kampagne an sorgsam zurechtgecasteten Küchentischen zum nächsten „Bündniskanzler“ inszenieren lassen. Die Botschaft, die gesetzt werden sollte: Hier ist ein Mann der Mitte und des Ausgleichs. Ein Versöhner gegen alles Extreme. Wobei er sich selbstredend darauf zurückgezogen hat, selbst festzulegen, worin der Ausgleich und der Kompromiss bestanden. Das beschworene gesellschaftliche Ringen um den richtigen Weg war ein Ringen von Robert Habeck mit sich selbst. Politisch verstörend, menschlich rührend und so bieder wie ein Fernsehabend mit Reformhauskost.

Und es gibt natürlich Cem Özdemir, den derzeitigen Spitzenkandidaten der Grünen im baden-württembergischen Landtagswahlkampf. Auch hier wird sorgsam auf vermeintlich bürgerliche Schonkost gesetzt: Mit eisern kultiviertem schwäbischem Akzent versucht er sich in landesväterlicher Pose irgendwo zwischen der Kauzigkeit eines Winfried Kretschmann und dem schwäbischen Mutterwitz eines Lothar Späth in Szene zu setzen. Die Leute sollen spüren: Hier ist kein Öko-Extremist, hier ist ein Mann des gesunden Menschenverstandes. Aber die alles entscheidende Frage ist: Was passiert mit dem gesunden Menschenverstand, wenn er auf grüne Realität trifft?

Wagen wir das Experiment und stellen der Habeckschen und Özdemirschen Camouflage einmal das jüngste Wahlprogramm der Grünen für das Land Berlin gegenüber. Dort wird alle bürgerliche Zurückhaltung nämlich fallen gelassen. Das in der Hauptstadt bestehende und durch grüne Politik massiv verschärfte Wohnungsproblem soll jetzt unter die Knute einer harten sozialistischen Wohnungswirtschaft kommen. Nicht nur will man die Volksinitiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ umsetzen und damit bis zu 300.000 Wohnungen enteignen. Geplant ist auch eine Verschärfung des Zweckentfremdungsverbots. Steht eine Wohnung in Zukunft zu lange leer, wird sie unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt – in Vorbereitung auf eine Enteignung. Hier muss man keine Parallele zur Enteignungspraxis im gerecht untergegangenen „Arbeiter- und Bauernstaat“ ziehen. Diese Parallele zieht sich selbst. Allein übersehen hat man wohl, dass unsere Rechtsordnung eine entschädigungslose Enteignung nicht vorsieht. Und womit man die Hunderttausenden Wohnungen bezahlen will, bleibt somit ein Geheimnis. In der DDR stellte man übrigens lange die Kosten für die Zwangsverwaltung der Grundstücke von „Republikflüchtigen“ mit horrenden Summen den Eigentümern in Rechnung, überschuldete so Grund und Boden und rechtfertigte letztlich die Komplettenteignung. Aber ich will niemanden auf dumme Ideen bringen.

Ob Sie hingegen Sätze wie „Wir Bündnisgrüne wollen öffentlichen Grund und Boden nicht verkaufen, sondern vermehren“ für dumm oder naiv halten, überlasse ich Ihnen. Mark Twains berühmter Ausspruch „Buy land, they are not making it anymore“ verliert in einer Ideologie, die sich von schnöden naturwissenschaftlichen Gegebenheiten nicht begrenzen lässt, eben einfach an Bedeutung. Boden als endliche Ressource gibt es nicht, wenn man unendlich enteignen kann.

Aber immerhin tut man etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Mit einer öffentlich einsehbaren interaktiven Karte und einer entsprechenden App erleichtern wir die Meldung, Dokumentation und Verfolgung von Verdachtsfällen für illegale Ferienwohnungen.“ So lohnt sich der Blick durch das Fenster der nachbarlichen Wohnung doch umso mehr. Und mit der gemeinsamen Ächtung und Verfolgung „illegaler“ Feriengäste hat man während der Corona-Zeit in Deutschland ja so seine Erfahrungen gemacht. Auf die Idee, den sozialen Druck durch öffentliche Karten zu vereinfachen und das Denunzieren zu ordnen, war man damals allerdings nicht gekommen. Die Grünen gehen mit der Zeit.

Ganz am Puls der Zeit ist auch die Forderung, den Autoverkehr in großen Teilen ganz zu verbieten. Auch das geht aus dem Programm hervor, und zwar ausgerechnet aus dem Kapitel mit dem wunderschönen Titel „Berlin gestaltet Zukunft“. Autos passen zukünftig einfach nicht mehr in die Hauptstadt eines Landes, in dem starke politische Kräfte an der Zerstörung der heimischen Autoindustrie arbeiten. Freundlicherweise möchte man mit den „Berliner*innen“ im Gespräch darüber bleiben, wie man die „Vision“ des autofreien Berlins umsetzt. Klarer sind die Berliner Grünen hingegen im Bekenntnis zum Rückbau bestimmter Autobahnen, weil „Autobahnen in einer Stadt keinen positiven Beitrag zum Verkehr leisten, die Anwohnenden wie die Umwelt aber sehr belasten“. Dummerweise sind die „Anwohnenden“, wenn sie nach Hause kommen, auch die „Anreisenden“. Und manchmal sind sie dabei sogar die „Autofahrenden“ – in Tateinheit sozusagen. Wie diese autobahnfahrenden Anwohnenden die Idee der Wahlprogrammschreibenden bewerten, überlasse ich der Fantasie aller Denkenden.

Fehlen darf im Wahlprogramm natürlich auch nicht der Flugverkehr. Denn es sei „nicht einzusehen, dass wenige Reiche zulasten der Allgemeinheit leben, wenn sie mit Privatjets die Anwohnenden des Flughafen Berlin Brandenburg unnötigen Lärm- und Emissionsbelastungen aussetzen“. Der Klassenkampf wird jetzt am BER ausgetragen. Betreiberin dieses Flughafens ist übrigens eine Gesellschaft, die dem Bund, dem Land Brandenburg und dem Land Berlin gehört. Wie klug es ist, diese Gesellschaft mutwillig zu schädigen und Tausende von Flügen zu verbieten, sei dahingestellt. Auch, wie gemeinwohlfördernd das ist. Manchmal reicht es, wenn Maßnahmen gerecht aussehen.

Und so bleibt nach der Lektüre des Wahlprogramms vor allem die Frage übrig: Kennen Sie die Grünen? Was hat diese ideologisch verbohrte Partei mit den bürgerlich anmutenden Vorturnern Özdemir und Habeck zu tun? Ich fürchte, beides bedingt sich. Der ideologische Kern der linken Öko-Extremisten könnte überhaupt nicht in dem Maße reüssieren, wenn die Habecks und Özdemirs den Wählerinnen und Wählern nicht Sand in die Augen streuen würden. Wenn die Grünen mit ihren wahnwitzigen Ideen die Hauptstadt unter ihre Knute bekommen, ist das auch die Schuld all derer, die ein Bild der Grünen in der Öffentlichkeit produzieren, das mit weiten Teilen dieser Partei nicht nur nichts gemein hat, sondern im glatten Widerspruch dazu steht. Keiner anderen Partei würde man einen derart radikalisierten, weltfremden und im Ergebnis gefährlichen Landesverband im öffentlichen Diskurs durchgehen lassen. Bei den Grünen ist das anders, denn die Sehnsucht in den Redaktionsstuben nach einem grünen „Minischderpräsident“ Özdemir ist groß. Die baden-württembergischen Träume sollen nicht von der Berliner Realität eingeholt werden. Ich bin gespannt, inwieweit die Grünen und ihr schreibendes Vorfeld damit durchkommen werden.

Über Image und Realität der Grünen.

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RÜLKE-Interview: Das Wirtschaftsministerium wurde ausgeweidet

RÜLKE-Interview: Das Wirtschaftsministerium wurde ausgeweidet Gast (nicht überprüft)

Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, FDP-Präsidiumsmitglied und Spitzenkandidat der Freien Demokraten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, gab der „Rhein-Neckar-Zeitung“ das folgende Interview. Die Fragen stellte Sören S. Sgries.
 

Frage: Herr Rülke, vom Unternehmer Reinhold Würth machten die letzten Tage Äußerungen die Runde, wonach er die FDP aufgegeben hat und fürchtet, eine Stimme für die Liberalen wäre eine verlorene Stimme. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie das mitbekommen haben?

Rülke: Da ging mir durch den Kopf, dass Herr Würth wahrscheinlich nur die bundespolitischen Umfragen liest und nicht die landespolitischen. Denn es gibt in den Jahren 2025 und 2026 nicht eine Umfrage, die uns nicht im Landtag sieht. Von daher ist die Diskussion um die verlorene Stimme etwas verwunderlich.

Frage: Beunruhigt Sie das, wenn einen Unternehmer wie Herr Würth die FDP so abgeschrieben hat?

Rülke: Herr Würth hat bei den letzten beiden Wahlen die Grünen gewählt. Und wenn er jetzt dieses Mal die CDU wählt, ist das bereits ein Fortschritt.

Frage: Ihr Anspruch muss doch aber sein, dass die Stimmen bei der FDP landen. Warum wäre das besser als ein Kreuz bei der CDU?

Rülke: Es gibt ja erkennbar zwei realistische Regierungsoptionen. Die eine realistische Regierungsoption ist die Fortsetzung von Grün-Schwarz unter veränderten Vorzeichen, also Schwarz-Grün. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Unternehmer in Baden-Württemberg gerne die Grünen loshätten, weil die Grünen nicht für das stehen, was Herr Özdemir im Wahlkampf verkündet, sondern für Dinge wie Lkw-Maut auf Landstraßen, wie Verbrennerverbot, wie noch mehr Bürokratie. Und wer die Grünen nicht mehr in der Landesregierung haben möchte, der kann eigentlich nur FDP wählen.

Frage: Das heißt, eine Stimme für die FDP ist eine Stimme gegen die Grünen, das ist Ihr zentraler Punkt?

Rülke: Das ist nicht mein zentraler Punkt, sondern das sage ich denjenigen, die fragen, wie man eine bessere Regierungskonstellation bekommen könnte. Das fragen Unternehmer relativ häufig.

Frage: Eigentlich hieß es mal, dieser Wahlkampf werde einer mit einem großen Fokus auf Wirtschaftsthemen sein. Zuletzt dominierten Vorstöße zu Zahnarztkosten oder Teilzeit-Jobs. Sind das die richtigen Themen?

Rülke: Medial werden gerne irgendwelche Nebengeräusche aufgebauscht. Wir machen inhaltliche Vorschläge, beispielsweise zum Thema Bürokratieabbau, wo wir gesagt haben, wir sind bereit, uns über Berichts- und Dokumentationspflichten, die aus Brüssel kommen, hinwegzusetzen. Das wäre eine deutliche Entlastung, insbesondere für den kleinen Mittelstand. Und ist, glaube ich, zielführender, als darüber zu diskutieren, wer in der CDU jetzt wem die Zahnbehandlung nicht mehr gönnt.

Frage: Jetzt klingt das so entspannt, wenn Sie sagen, man sollte sich über Berichtspflichten hinwegsetzen. Andere nennen das einen Aufruf zum Rechtsbruch.

Rülke: Ja, wenn man so will, ist es ein Bruch europäischen Rechts. Aber wir haben ja im vergangenen Jahr erlebt, dass in der Bundesrepublik Deutschland das Grundgesetz geändert wurde und man 850 Milliarden neue Schulden beschlossen hat. In einer Situation, in der die Bundesrepublik, bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt, 63 Prozent Gesamtverschuldung hatte. Im Vertrag von Maastricht, der ist auch europäisches Recht, hat man sich mal auf eine Obergrenze von 60 Prozent verständigt. Wir werden jetzt mit diesen 850 Milliarden neuen Schulden zwischen 85 und 90 Prozent landen. Und ich habe niemanden gehört, der erklärt hat, wir dürften das nicht machen, weil wir europäisches Recht brechen. Wenn CDU, SPD und Grüne der Vertrag von Maastricht egal ist, dann sind mir die EU-Berichts- und Dokumentationspflichten fünfmal egal.

Frage: Sie werben auch für eine massive Verschlankung der Verwaltung, mit weniger Verwaltungsebenen und einem Personalabbau von 20 Prozent. Gibt es überhaupt realistische Aussichten, dass so etwas kommen kann?

Rülke: Ein Faktum ist, dass in den nächsten zehn Jahren etwa 20 Prozent der Verwaltungsbeamten in den Ruhestand treten. Jetzt kann man diese Stellen neu besetzen – man kann aber auch eine Verwaltungsreform machen. Sie können Aufgaben an die Kommunen delegieren, die im Moment zum Beispiel der Regionalverband erfüllt. Oder Sie können Planung und Bau von Autobahnen ans Verkehrsministerium geben, wo es hingehört. Da brauchen Sie kein Regierungspräsidium dafür.

Frage: Sie beschreiben, welche Bereiche an andere Behörden abgegeben werden könnten. Aber dann wird doch dort mehr Personal benötigt?

Rülke: Wenn Sie digitalisieren, können Sie Personal einsparen. Wenn Sie Aufgaben an die Kommunen abgeben, die alles einfacher machen, brauchen Sie nicht das entsprechende Personal neu einstellen. Ich sehe da ein Einsparpotenzial, vor allem auch deshalb, weil nicht mehr so viele Ebenen damit beschäftigt sind. Ich habe in meinem Wahlkreis einen Fahrradweg, mit dem haben sich vier dieser fünf Ebenen beschäftigt. Das muss nicht sein. Da würde ich sagen: Wenn eine Kommune eine Entscheidung fällt, dann wird die einmal überprüft, im Idealfall in der Mittelebene, und das war es dann.

Frage: Die Debatten über Zahnbehandlungen, Teilzeit & Co. haben Sie zwar „Nebengeräusche“ genannt, sie sind aber präsent. Was ist Ihr Eindruck: Schwächt sich die CDU da gerade selbst?

Rülke: Ich nehme mal an, solche Debatten sind nicht unbedingt hilfreich für die CDU. Die Grünen stärkt das aber auch nicht, sondern das könnte allenfalls den Radikalen helfen.

Frage: Inhaltlich könnte man aber meinen, das liege alles nicht ganz fern von FDP-Positionen.

Rülke: Also wir haben noch nie vorgeschlagen, dass man den Leuten die Zahnarztbehandlung nicht mehr bezahlt. Was das Thema angeht: Wir müssen wieder mehr arbeiten, da haben Sie recht, das ist durchaus ein Grundgedanke, den auch die FDP hat. Aber es ist immer auch die Frage des Wordings. Denn Menschen, die Teilzeit arbeiten, tun das ja in der Regel nicht aus Faulheit oder um ihr Leben zu genießen, sondern beispielsweise, weil sie Kinder betreuen.

Frage: Das heißt, das Wording war falsch, das Ansinnen können Sie aber nachvollziehen.

Rülke: Das Ansinnen kann ich nachvollziehen. Wir benötigen wieder mehr Anstrengung, wir brauchen im Grunde genommen auch wieder mehr Arbeit. Ich glaube nicht, dass wir dabei zuschauen sollten, wie eine Firma wie Stihl überlegt, in die Schweiz abzuwandern, weil in der Schweiz 200 Stunden im Jahr mehr gearbeitet wird als bei uns.

Frage: Sie sagen, wer FDP wählt, kann verhindern, dass die Grünen an der Regierung bleiben. Aber würde eine „bürgerliche Koalition“, wie Sie sie anstreben, mit CDU und SPD, denn wirklich funktionieren? Gerade für die SPD wäre das doch eine große Hürde.

Rülke: Der Spitzenkandidat der Grünen warnt vor Dreierkoalitionen. Er sagt, Dreierkoalitionen funktionieren nicht, er hätte das erlebt. Es lag vielleicht daran, dass er dabei war, dass es nicht funktioniert hat. Der Kollege Hagel hat einmal in einem großen Interview mit dem Staatsanzeiger deutlich gemacht, worauf es ankommt. Dass nämlich die handelnden Personen gegenseitig ein Vertrauensverhältnis haben. Ich glaube, dass die Ampel in Berlin hauptsächlich daran gescheitert ist, dass Scholz, Habeck und Lindner nicht miteinander konnten. Das gilt für Baden-Württemberg so nicht.

Frage: Auch wenn es personell passen sollte, bleiben die inhaltlichen Differenzen.

Rülke: Ich will einräumen, dass es einen Bereich gibt, nämlich die Bildungspolitik, wo CDU und FDP einerseits und auf der anderen Seite die SPD schon Hindernisse überwinden müssen, um eine Koalition zu schließen. Das ist aber bei allen anderen Koalitionsmodellen nicht anders. Lagerübergreifende Koalitionen in Baden-Württemberg haben das Problem, dass sie in der Bildungspolitik zueinanderfinden müssen. Was die SPD von den Grünen unterscheidet: Wir haben im Jahr 2024 eine Bildungsallianz versucht und haben festgestellt, dass die drei Protagonisten einer möglichen Deutschland-Koalition konstruktiv zusammengearbeitet haben. Gescheitert ist das Ganze an den Grünen. Weil Winfried Kretschmann gesagt hat: Ich will keinen Kompromiss, ich will meinen Kopf zu 100 Prozent durchsetzen.

Frage: Im SPD-Wahlprogramm steht ja aber weiterhin die Zweigliedrigkeit des Schulsystems als Ziel.

Rülke: Das mag im Wahlprogramm der SPD stehen, aber die Wahlprogramme sind das eine, Koalitionsverträge das andere und Bildungsfriedensgespräche das dritte. Ich kann nur sagen, dass ich den Eindruck hatte, dass die Kollegen Hagel, Stoch und Rülke einigungsfähig gewesen wären in diesen Bildungsallianzgesprächen, wenn Winfried Kretschmann sie nicht kaputtgemacht hätte.

Frage: Müssten der SPD nicht doch ordentliche Zugeständnisse gemacht werden seitens der schwarz-gelben Seite eines solchen Dreierbündnisses?

Rülke: Es ist richtig, die SPD hätte wahrscheinlich den weitesten Weg zu gehen in einer solchen Koalition. Und einen solchen Weg muss man einem Koalitionspartner dann auch erleichtern. Das ist völlig klar. Aber ich glaube, dass alle drei Protagonisten kompromissfähig wären, um da Lösungen zu finden.

Frage: Die FDP war in der Ampel-Koalition aber ein Teil des Problems, hat auch das Bild einer „Streitkoalition“ mitgeprägt. Warum sollten die Menschen im Land jetzt darauf vertrauen, dass es hier anders läuft?

Rülke: Koalitionen sind ja nicht per se deshalb keine Streitkoalitionen, weil sie Zweierkoalitionen sind. Der Spitzenkandidat der Grünen hat in der Ampel bewiesen, dass er es nicht kann. Warum sollten die Leute ihm im Land zutrauen, dass er mit den Koalitionspartnern bessere Kompromisse findet als in der Berliner Regierungszeit? Nehmen Sie das Thema Agrar, als die Beschlüsse gefallen sind, die zu Bauernprotesten geführt haben. Da saß er am Katzentisch und hat überhaupt nicht mitreden dürfen, ist nur hinterher an die Öffentlichkeit gegangen und hat die Beschlüsse der eigenen Regierung kritisiert. Das müsste man ja im Land auch befürchten.

Frage: Das war jetzt der Blick auf die Grünen. Was ist mit der FDP? Der Zweifel ist doch gewachsen, dass Sie als Partei sich schwertun in Regierungsverantwortung.

Rülke: Politik machen immer Personen. Ich wüsste jetzt nicht, dass ich bei der Ampel dabei gewesen wäre in Berlin.

Frage: Schon vor fünf Jahren haben Sie für sich von einem starken Wirtschaftsministerium geträumt. Ist es weiterhin Ihr Traum, als Minister Wirtschaftspolitik im Land zu gestalten?

Rülke: Es ist vollkommen klar, dass die Wirtschaftspolitik eine der Kernkompetenzen der FDP ist, neben der Bildungspolitik, neben der Bürgerrechtspolitik. Ich habe als Fraktionsvorsitzender seit jetzt mittlerweile fast 17 Jahren alle Politikfelder betreut, aber die Wirtschaftspolitik war immer die wichtigste Kernkompetenz. Ich glaube, dass eine der wesentlichen Herausforderungen der Landespolitik darin liegt, eine Wirtschaftspolitik überhaupt wieder zu machen. Das ist in den vergangenen Jahren nicht passiert.

Frage: Sie reihen sich also ein bei den Kritikern der Wirtschaftsministerin?

Rülke: Das Wirtschaftsministerium wurde ausgeweidet wie eine Weihnachtsgans, es wurden alle möglichen Kompetenzen abgegeben. Für die Digitalisierung ist das Innenministerium zuständig, das Verkehrsministerium macht den Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur. Dann wurde solch ein kleines Tiny-House-Ministerium gegründet, das ist zuständig für Wohnungsbau und Landesplanung. Und insofern ist im Wirtschaftsministerium nicht mehr viel verblieben. Sie können in einer Landeswirtschaftspolitik nicht die großen ordnungspolitischen Fragen lösen. Sie können keine große Steuerreform machen, Sie können keine Arbeitszeitreform machen und dergleichen Dinge mehr. Aber Sie können Infrastrukturpolitik betreiben, als Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft läuft. Und das würde ich in der Tat gerne, aber dafür benötige ich die notwendigen Kompetenzen.

Frage: Teilen Sie auch die Kritik an der Person der Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut?

Rülke: Ich teile das. Ich will nur ein Beispiel nennen: Wir werden in der nächsten Woche eine Sondersitzung des Landtags haben. Da wird der Landtag vermutlich in einer Größenordnung zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro Mittel zur Verfügung stellen für die Zurückzahlung von Corona-Hilfen, die die Wirtschaftsministerin zu Unrecht von kleinen Unternehmen, vor allem von Soloselbstständigen, zurückgefordert hat, zum Teil sogar mit Zinsen. Da haben Gerichte schon vor Monaten geurteilt, dass das rechtswidrig gewesen ist. Sie hat es bis zur Stunde nicht geschafft, dieses zu heilen. Das größte Armutszeugnis für eine Regierung ist, dass das Parlament ihr nun das Heft des Handelns aus der Hand genommen hat. Wir lösen diese Frage jetzt unabhängig von der Regierung. Das ist nun wirklich nicht ein Qualitätsausweis für eine Ministerin.

Frage: Ist das dann auch ein Hinweis darauf, dass die Wirtschaftskompetenz der CDU im Land nicht so ausgeprägt ist, wie die CDU es gerne darstellt?

Rülke: Zumindest nicht in diesem Ministerium und bei dieser Ministerin.

Frage: Sie haben auch andere Ministerien angeführt, die Sie offenbar für unnötig halten. Heißt das, Sie würden sagen, wir benötigen weniger Ministerien?

Rülke: Klar. Also wenn, was ich anstrebe, dass das Tiny-House- und das Verkehrsministerium im Wirtschaftsministerium aufgehen, dann hätte man zwei Ministerien eingespart und eine Zahl von Staatssekretären, die kaum zu überblicken ist.

Frage: Wie bewerten Sie die Einladungspolitik des SWR beim „Triell“?

Rülke: Ich halte das für dubios. Zunächst hatte der SWR ja gesagt: Wir laden alle ein, die Chancen haben, Ministerpräsident zu werden. Also jeder weiß, dass der AfD-Kandidat niemals Ministerpräsident werden kann. Egal, wie die AfD abschneidet, niemand wird mit ihr koalieren. Im Übrigen ist der Vorsprung der CDU vor den Grünen so groß, dass man mit diesem Argument eigentlich ein Selbstgespräch von Manuel Hagel hätte im SWR anbieten müssen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk würde gut daran tun, mit dem Geld der Gebührenzahler auch politischen Alternativen Raum zu geben.

Frage: Wie problematisch ist es, dass damit ausgerechnet der AfD-Kandidat so prominent platziert wird?

Rülke: Ich halte das für sehr problematisch. Es gibt eigentlich keinen Grund dafür, der AfD diesen Gefallen zu tun. Die Wahrscheinlichkeit, dass SPD und FDP an der Landesregierung beteiligt sind, ist deutlich höher als für die AfD. Aber der SWR hat mit diesem Konzept vor Gericht obsiegt. Und insofern müssen wir den Gerichtsentscheid akzeptieren.

Frage: Ist es weiterhin Ihr Ansinnen, auch auf AfD-Wähler als demokratische Alternative zu wirken?

Rülke: Ich glaube, keine Partei würde Ihnen jetzt sagen: Wir wollen die Wählerschaft der AfD nicht zurückgewinnen. Wir wollen nicht mit der AfD zusammenarbeiten. Wir haben auch kein Interesse an irgendwelchem rechtsradikalen AfD-Kern. Aber ich weiß, dass viele Wähler, die bei den Kommunalwahlen 2024 AfD gewählt haben oder auch bei der Bundestagswahl 2025, keine Rechtsradikalen sind. Sondern Menschen, die frustriert sind, die verärgert sind, die einen Vertrauensverlust haben, bezogen auf die klassischen Parteien. Man kann nicht sagen: Wer einmal AfD gewählt hat, den geben wir für immer verloren. Diese Menschen muss man zurückgewinnen.

Über die Forderung, das Wirtschaftsministerium zu stärken

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DÜRR-Interview: Friedrich Merz hat seit seinem Amtsantritt gleich dreimal gelogen

DÜRR-Interview: Friedrich Merz hat seit seinem Amtsantritt gleich dreimal gelogen Gast (nicht überprüft)

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Dürr gab „t-online.de“ (Freitag) das folgende Interview. Die Fragen stellte Florian Schmidt:

Frage: Herr Dürr, die Landtagswahl in Baden-Württemberg sehen viele als Schicksalstag für die Liberalen. Was passiert, wenn es die FDP am 8. März nicht erneut in den Landtag schafft?

Dürr: Ich würde eher sagen, das ist ein Schicksalstag für Deutschland. Vor jetzt 15 Jahren sind die Grünen im Südwesten an die Macht gekommen, damals vor allem wegen des Themas Atomkraft. Und heute zeigt sich genau daran fast beispielhaft, was im Land falsch läuft: Wir stehen energiepolitisch an der Wand, immer mehr gut bezahlte Arbeitsplätze sind bedroht, und besonders die Firmen in Baden-Württemberg leiden unter den hohen Energiekosten. Das können die Menschen vor Ort jetzt korrigieren, indem sie bei der Wahl die Weichen für eine bessere Wirtschaftspolitik stellen.

Frage: In Ihrer Partei gibt es viele, die sagen: „Wenn wir in Baden-Württemberg aus dem Landtag fliegen, dann ist es aus und vorbei mit der FDP, dann kann auch Christian Dürr einpacken.“ Was entgegnen Sie solchen Parteifreunden?

Dürr: Mein voller Fokus liegt darauf, dass wir in Baden-Württemberg ein gutes Ergebnis erzielen – und dass wir sogar in die Landesregierung kommen. Ich bin nicht Parteivorsitzender aus Selbstzweck, sondern weil ich für dieses Land wirklich etwas erreichen will. Wir sind die letzte Reformkraft in Deutschland, wir müssen dieses Land voranbringen. Das ist meine Mission.

Frage: Die aber auch in Baden-Württemberg nur wenige Anhänger zu finden scheint: In den lokalen Umfragen pendelt die FDP zwischen fünf und sechs Prozent. Warum überzeugen Sie selbst im liberalen Stammland nicht mehr Menschen?

Dürr: Die Umfragen steigen. Manche Bürger verbinden uns immer noch mit der gescheiterten Ampel. Diese Wahrnehmung zu drehen, ist ein Marathonlauf – auch in Baden-Württemberg. Wir müssen den Menschen jetzt klarmachen: Die FDP hat Deutschland was zu bieten, nämlich echte Veränderungen.

Frage: Die verspricht die Bundesregierung auch.

Dürr: Im Versprechen war der Kanzler gut – nur löst er diese Versprechen jetzt nicht ein. Ich gehe sogar noch weiter: Friedrich Merz hat seit seinem Amtsantritt gleich dreimal gelogen. Er hat bei den Schulden gelogen, er hat bei den versprochenen Sozialstaatsreformen gelogen und bei der Rente jetzt auch noch einmal. Die spannende Frage vor dem Bundesparteitag der CDU ist: Lügt er auch noch bei der Reform der Einkommensteuer? Auch da hat die Union viel angekündigt, Entlastungen für die Mitte der Gesellschaft. Aber bis auf Carsten Linnemanns Mini-Vorstoß beim Spitzensteuersatz ist nichts zu sehen, geschweige denn umgesetzt.

Frage: Wenn das so ist, warum profitieren Sie dann nicht stärker von der Schwäche der Unionsparteien, die Ihnen ja bei der Bundestagswahl mehr als eine Million Wähler abspenstig gemacht hat?

Dürr: Mein Eindruck ist: In den vergangenen zwölf Monaten hatten viele Menschen noch die Hoffnung, dass die neue Regierung liefert. Viele gaben Herrn Merz und Schwarz-Rot einen Vertrauensvorschuss. Der ist jetzt aber aufgebraucht. Es macht sich Enttäuschung breit. Und das ist eine Chance für eine echte Reformkraft, wie wir es sind.

Frage: Das heißt, in einem halben Jahr stehen Sie wieder bei 10 Prozent?

Dürr: Das wäre vielleicht etwas vermessen. Aber klar, die Landtagswahlen sind wichtige Zwischenschritte, gute Gradmesser. Auch für uns und unsere Arbeit.

Frage: Ist die FDP bessere CDU?

Dürr: Nein, die FDP ist die bessere Reformkraft. Denn die CDU ist das ganz offensichtlich nicht.

Frage: Über Reformen wird gerade tatsächlich viel diskutiert. Was wären Ihre drei wichtigsten Punkte für eine größere Agenda für Deutschland, wie sie zuletzt Gerhard Schröder und Rot-Grün auf den Weg brachten?

Dürr: Erstens: Der Umbau des Sozialstaats und des Rentensystems. Aktuell ist beides so angelegt, dass die Jüngeren alle Lasten tragen in einer älter werdenden Gesellschaft. Das ist ungerecht, das müssen wir ändern, etwa durch eine kapitalgedeckte gesetzliche Rente. Zweitens brauchen wir eine andere Energiepolitik. Die Strompreise müssen runter, und das nicht durch Subventionen, sondern durch günstige Energiequellen. Meines Erachtens kommen wir da an neuen Formen der Kernkraft nicht vorbei. Der dritte Punkt ist mir besonders wichtig: Wir müssen viel mehr in unsere Bildung und damit in die Köpfe von morgen investieren, vor allem in die Grundschulen.

Frage: Sie fordern, dass jeder Grundschüler bei der Einschulung Deutsch können muss. Das ist ja jetzt keine allzu neue Idee. Warum ist das für Sie ein so zentrales Anliegen?

Dürr: Weil es immer mehr Kinder gibt, die schon gleich zu Beginn ihrer Schullaufbahn dem Unterricht nicht folgen können. Einen solchen Fehlstart ins Schulleben holen nur die wenigsten je wieder auf. Das kann ich nicht akzeptieren. Und schon gar nicht akzeptieren kann ich Vorschläge wie die aus dem schwarz-grün regierten Nordrhein-Westfalen, wo man erwägt, die Klassenarbeiten in der Landessprache der jeweiligen Kinder anzubieten. Das ist doch absurd!

Frage: Wie soll das in der Praxis laufen? Soll jedes Kindergartenkind einen Deutschtest machen?

Dürr: Ja, in wenigen Bundesländern gibt es das ja bereits, und in Niedersachsen hat die FDP dies mal eingeführt. Rot-Grün hat es leider wieder abgeschafft. Meine Forderung ist: In ganz Deutschland sollte es verbindliche und einheitliche Sprachtests im Kindergarten geben, idealerweise schon zwei Jahre vor Beginn der Grundschule, also im Alter von etwa vier Jahren. In diesem Alter können die allermeisten Kinder schon gut sprechen, dann ergibt das Sinn. Wer dabei auffällt und nicht genug Deutsch beherrscht, wird verpflichtend gefördert, später gibt es eine weitere Beurteilung. Und eingeschult wird nur, wer Deutsch kann.

Frage: Bildung ist Ländersache, einheitliche Regelungen in ganz Deutschland sind da immer schwierig.

Dürr: Stimmt. Doch wer sich dagegenstellt, muss sich fragen lassen, was denn die Alternative ist. Über 40 Prozent der Kinder, die in Deutschland eingeschult werden, haben einen Migrationshintergrund. Punktuell sogar weitaus mehr. Natürlich sprechen nicht all diese Kinder schlecht Deutsch, aber wenige sind es auch nicht. Mir erzählen Grundschullehrer häufig: Es dauert anderthalb bis zwei Jahre, bis sämtliche Schüler auf demselben Sprachniveau sind. Allein für die Sprachentwicklung geht so viel Zeit drauf, dass manche Bundesländer wie Niedersachsen das Lernpensum reduzieren und das schriftliche Dividieren aus dem Lehrplan streichen. Das ist doch eine Kapitulation.

Frage: Sprechen wir über den Reformpunkt, mit dem sich Schwarz-Rot gerade schwertut, die Senkung der Einkommensteuer. Sie haben kürzlich ein vierstufiges Modell für die Einkommensteuer vorgelegt. Experten schätzen, eine solche Beseitigung des „Mittelstandsbauchs“ könnte bis zu 40 Milliarden Euro kosten. Wie wollen Sie das finanzieren?

Dürr: Durch den konsequenten Abbau staatlicher Subventionen. Es fließt so viel Steuergeld in Subventionen, die nicht nötig sind, zum Beispiel in die Kaufprämie für E-Autos. Auch den Milliardentopf, mit dem die Regierung Unternehmen zu bestimmten Technologien zwingen will, braucht es nicht. Klimaschutz erreichen wir niemals so verlässlich und günstig wie mit dem Emissionshandel. Dafür braucht es aber auch eine vernünftige Klimapolitik und ein EU-einheitliches Klimaziel. Der deutsche Sonderweg bringt dem Klima nichts, doch er kostet unser Land viele Milliarden. Und das Geld ließe sich besser nutzen, etwa für Steuerentlastungen.

Frage: Dann würden Sie auch gern die Pendlerpauschale abschaffen?

Dürr: Die Pendlerpauschale soll die Kosten abdecken, die ein Arbeitnehmer aufwendet, um zur Arbeit zu kommen. Das ist keine Subvention, um die es mir geht: Ich will an die Ausgaben des Staates ran, nicht die Einnahmen immer weiter erhöhen.

Frage: Ende Mai will die FDP auf ihrem Bundesparteitag ein neues Grundsatzprogramm beschließen. Wessen Geist wird es mehr atmen, den des libertären argentinischen Präsidenten Javier Milei oder den von Rob Jetten, dem Sozialliberalen, der gerade in den Niederlanden die Wahlen gewonnen hat?

Dürr: Ich würde da keinen Widerspruch sehen. Das Grundsatzprogramm atmet vor allem den Geist des sehr Konkreten. Wir werden uns nicht in philosophischen Ergüssen verlieren. Wir schreiben klipp und klar auf, was es aus unserer Sicht für die Lösung der drängendsten Probleme in Deutschland braucht: in Sachen Steuern, Rente, Sozialstaat, Einwanderung in den Arbeitsmarkt – und vor allem in Sachen Bildung.

Frage: Denken Sie auch schon über eine neue Farbe nach, ein neues Logo wie einst das knallige Magenta als Ergänzung zu Gelb und Blau?

Dürr: Für mich kommt zuerst der Inhalt. Mir geht es vor allem um unsere teils radikalen Ideen, unsere Reformvorschläge aus der Mitte. Die Verpackung ist der zweite Schritt.

Frage: Wie wollen Sie den Liberalismus wieder cool machen, nicht zuletzt für junge Menschen?

Dürr: Indem wir mit genau diesen unseren Inhalten eine Politik anbieten, die sich an junge Menschen richtet. Und nicht eine, die sie beleidigt, wie es mancher in der CDU teilweise tut, der ihnen unterstellt, faul zu sein. Wir müssen gerade jungen Menschen zeigen, dass sich ihre Arbeit lohnt. Etwa indem der Staat ihnen nicht gleich zum Start des Berufslebens 50 Prozent ihres Einkommens wegnimmt. Für mich sind nicht die jungen Menschen faul, für mich ist die Politik faul, wenn wir immer nur über Umverteilung, mehr Steuern und Regulierung sprechen und nicht darüber, wie man sich hierzulande ein gutes Leben aufbaut.

Frage: Kann die FDP überhaupt noch cool werden – oder ist sie nicht vielleicht zu altbacken, zu tradiert? Kann das, was Sie gerade beschreiben, eine neue Partei wie etwa die Neos in Österreich nicht besser leisten?

Dürr: Nein, das sehe ich anders. Ja, es stimmt, auch wir haben uns in der Vergangenheit zu sehr im Klein-Klein verloren, haben nicht immer das große Ganze im Blick gehabt. Genau das tun wir jetzt. Wir machen jetzt einen Neustart und werden damit, davon bin ich überzeugt, auch erfolgreich sein. Im Übrigen zeigt das Beispiel D66 in den Niederlanden, das Sie eben ansprachen, dass auch altbekannte liberale Parteien Wahlen gewinnen können. Diesen Anspruch haben wir auch.

 

Über die Entlastungsversprechen und -Ankündigungen der CDU und die Forderung nach besserer Bildungspolitik.

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